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Rosacea und Corona: Tipps für Patienten


Wie Sie Ihre Haut während der Covid-19-Pandemie schützen

Düsseldorf – 19. Mai 2020 – Die Covid-19-Pandemie hat unser Leben stark verändert. Maß­nahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus, wie Social Distancing und Masken­pflicht, bestimmen unseren Alltag. Viele der rund 10 Millionen Rosacea-Patienten in Deutsch­land stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Stress und möglicherweise auch Angst begünstigen das Aufflammen der chronischen Hautkrankheit, die durch anhaltende Rötungen sowie entzündliche Knötchen und Eiterpickel im Gesicht gekennzeichnet ist. Zudem kann für viele Betroffene die Maskenpflicht ein zusätzlicher bzw. neuer Auslöser von Rosacea-Schüben sein. Unter einer optimal sitzenden Maske wird die Haut schnell warm und feucht und ist zudem einer ständigen Reibung durch den Stoff ausgesetzt. Der Hautarzt und Rosacea-Experte Prof. Peter Arne Gerber aus Düsseldorf hat zahlreiche Tipps, wie Rosacea-Patienten in dieser besonderen Situation ihre Haut schützen können.

Rosacea-Patienten berichten aktuell von Schub-ähnlichen Symptomen durch das Tragen der Atemschutzmasken. Was raten Sie Patienten dazu?

Prof. Gerber: Besonders die mehr oder minder komplett abschließenden Masken können durch einen Hitzestau und die Feuchtigkeit, die unter der Maske entsteht, Rosacea triggern. Allerdings kann durch diese Einflüsse auf die Gesichtshaut auch ein weiteres Krankheitsbild ausgelöst werden: eine sogenannte periorale Dermatitis. Diese ähnelt in ihrem Erscheinungs­bild zunächst einer Rosacea, hat aber andere Ursachen. Für Rosacea-Betroffene empfeh­lenswert sind Masken aus leichtem Baumwollstoff, die nicht ganz so fest sitzen und etwas Luft durchlassen. Zudem sollten die Masken gewechselt werden, wenn sie von der Atemluft durchfeuchtet sind. Am besten also immer 3 bis 4 Masken dabeihaben, wenn Sie diese auf der Arbeit für längere Zeit tragen müssen. Wer wiederverwendbare Stoffmasken nutzt, sollte diese nach einmaligen Tragen waschen. Verwenden Sie dabei milde Waschmittel, die mög­lichst frei von Duftstoffen sind.

Was können Patienten tun, um die maskenbedingten Rosacea-Symptome kurzfristig zu lindern?

Prof. Gerber: Sie können sich beispielsweise feuchte, leicht kühlende Kompressen auflegen, um die Hitze etwas aus der Haut zu kriegen. Wichtig ist vor allem, dass Sie die normale Therapie und Hautpflege fortführen, also nach wie vor morgens und/oder abends Ihre vom Hautarzt verordneten Medikamente auftragen sowie anschließend ihre reguläre sanfte Haut­pflege. Zudem empfehle ich, in diesen Zeiten Zurückhaltung mit Make-up. Am besten verzichten Sie ganz darauf, denn es kann durchaus ein Trigger für die schon erwähnte periorale Dermatitis sein.

Was genau ist die periorale Dermatitis?

Prof. Gerber: Eine periorale Dermatitis (POD) steht der Rosacea in ihrem Erscheinungsbild recht nah. Sie entsteht durch falsche, in der Regel übermäßige Pflege der Haut oder durch zu starkes Schminken. Es kommt zu einer Verschiebung im Hautmikrobiom, in deren Folge sogenannte Seropapeln, also kleine Quaddeln mit Bläschen, auftreten. Diese, zusammen mit Rötungen, sehen der typischen Rosacea ähnlich. Gerade unter den Masken können leider auch Rosacea-Patienten zusätzlich eine POD entwickeln. Dies sollte aber auf jeden Fall von einem Hautarzt abgeklärt werden.

Viele Rosacea-Patienten haben schon ihren nächsten Besuch beim Hautarzt geplant. Können diese Termine ganz normal stattfinden bzw. was sollten Patienten beachten?

Prof. Gerber: Unsere Arztpraxis, und ich denke, damit spreche ich für die allermeisten Arzt­praxen, hält sich an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Maßnahmen wie Maskenpflicht für Praxispersonal und Patienten, Desinfektionsmittel am Eingang, Plexiglasschutz am Emp­fang etc. und mindestens 1,5 Meter Abstand zwischen den Stühlen im Wartebereich sind für uns selbstverständlich. Außerdem vergeben wir unsere Termine so, dass keine langen Wartezeiten entstehen. Ein Arztbesuch ist daher wahrscheinlich deutlich sicherer als Einkaufen im Supermarkt, vor allem weil unser Personal medizinisch geschult ist und wir stärkere Sicherheitsvorkehrungen haben. Meine Empfehlung daher: Patienten sollten an ihren bestehenden Hautarztterminen festhalten und können selbstverständlich auch jetzt neue Termine machen. Das gilt auch für Rosacea-Patienten, denn gerade jetzt ist es wichtig, dass die Therapie auch konsequent fortgeführt wird. Menschen aus der „Corona-Risikogruppe“, speziell Älteren sowie Personen mit Vorerkrankungen empfehle ich allerdings, kritisch abzuwägen, ob ein Arztbesuch wirklich notwendig ist. Für sie gilt nach wie vor die Empfehlung, so wenig Kontakt wie möglich zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts zu haben, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Empfehlen Sie Ihren Patienten ein Rosacea-Tagebuch zu führen?

Prof. Gerber: Die meisten meiner Patienten bekommen mit den modernen Rosacea-Medika­menten ihre Symptome gut in den Griff, sodass ich das Rosacea-Tagebuch nicht sehen muss. Aber wenn bei einem Patienten immer wieder Schübe auftreten – trotz Medikation, regelmäßigen Arztbesuchen und entsprechenden Therapieanpassungen – muss auf jeden Fall genau danach geschaut werden, welche Trigger die Rosacea auslösen. Dazu ist das Führen eines Rosacea-Tagebuchs absolut sinnvoll.

Durch die Ausgangsbeschränkungen verbringen viele von uns mehr Zeit auf Balkonen oder Terrassen. Was müssen Rosacea-Patienten hierbei besonders beachten?

Prof. Gerber: Auf Balkonen und Terrassen kann es, je nach Sonnenausrichtung, sehr warm werden, weil dort meist wenig Wind geht und sich die Hausmauern erhitzen. Rosacea-Patien­ten sollten das berücksichtigen, also am besten die Mittagshitze meiden, einen Sonnenschirm aufstellen und natürlich auch auf dem Balkon ein Sonnenschutzprodukt mit Lichtschutzfaktor 30-50+ auftragen, auch wenn man unter dem Schirm sitzt. In Parks ist es dagegen meist küh­ler, wenn es die lokalen Ausgangsbeschränkungen also zulassen, ist ein Spaziergang sicher­lich eine gute Alternative für Rosacea-Betroffene.

Vielen Dank für das Gespräch und die vielen hilfreichen Tipps für unsere Leser, Herr Professor Gerber!

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Über Rosacea

Rosacea (Rosazea) ist eine chronische Entzündung der Haut. Die charakteristischen Hautveränderungen (Rötungen, sichtbare Blutgefäße, Papeln und Pusteln) befinden sich vor allem in der Gesichtsmitte (Stirn, Nase, Wangen und Kinn). Meist tritt die Krankheit erstmals zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, ist aber am häufigsten bei Männern und Frauen ab 30 Jahren zu beobachten. Gesichtsröte, die durch Auslöser wie Sonne, Sport, Alkohol, Wetterumschwünge und heißes Duschen begünstigt wird, hat häufig einen negativen Einfluss auf das Sozialleben der Patienten. Stechende, brennende und empfindliche Haut und Unverträglichkeit von Kosmetika treten häufig auf, manchmal sind auch die Augen von Rosacea betroffen: Sie werden rot, trocken und jucken.
Die Ursache von Rosacea ist noch ungeklärt. Experten gehen davon aus, dass vielfältige Faktoren für die Hautkrankheit verantwortlich sind. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung kommt nach heutigem Verständnis unter anderem lokalen Entzündungsreaktionen sowie einer Störung im angeborenen Immunsystem zu. Rosacea kann bis heute nicht geheilt werden, aber Medikamente zum Auftragen und Einnehmen sowie Laser-Behandlungen können die Symptome verringern. Patienten sollten außerdem ihre „Trigger“ meiden sowie Sonnenschutzmittel (LSF 30-50+) und sanfte Pflegeprodukte nutzen. Eine frühe Diagnose und Therapie der Erkrankung kann außerdem den Verlauf abmildern. Betroffene, die mehr über Rosacea erfahren möchten, oder vermuten, an der Hauterkrankung zu leiden, können sich auf www.rosacea-info.de ausführlich informieren. Die Seite gibt einen Überblick über Rosacea, die Trigger und Symptome sowie zusätzliche Informationen zur Krankheit.

Über „Anhaltende Gesichtsrötungen – Aktiv gegen Rosacea“

Rund 10 Millionen Deutsche leiden unter Rosacea. Doch viele wissen nicht, dass sie selbst, Angehörige oder Freunde von der Hauterkrankung betroffen sind. Um dies zu ändern, hat die Galderma Laboratorium GmbH zusammen mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. und der Deutschen Rosazea Hilfe e.V. die deutschlandweite Aufklärungskampagne „Anhaltende Gesichtsrötungen – Aktiv gegen Rosacea“ ins Leben gerufen. Diese verfolgt mittlerweile im zehnten Jahr erfolgreich ihre Ziele: Gut informierte Rosacea-Patienten, die dank ihres Wissens eine frühzeitige Behandlung erhalten und den Alltag mit der Erkrankung besser meistern können, sowie mehr Verständnis für die Krankheit in der Öffentlichkeit. 
Unter www.rosacea-info.de finden Ratsuchende und Interessierte ein breites Informationsangebot zu Ursachen, Diagnose und Therapie der Rosacea, zahlreiche Serviceangebote (zum Beispiel Hautarzt-Suche, Rosacea-Schnelltest) sowie praktische Tipps von Dermatologen und Kosmetik-Experten zum Umgang mit der Krankheit im Alltag. Regelmäßige News sowie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Rosacea-Patienten bietet „Aktiv gegen Rosacea“ mit einem eigenen Blog und einer Facebook-Seite, wo Deutschlands größte Rosacea-Community im täglichen Dialog aktiv ist. Auch bei YouTube und Instagram ist die Kampagne vertreten.

Über Galderma

Galderma, das weltweit größte unabhängige, globale Dermatologieunternehmen, wurde 1981 gegründet. Es ist heute in über 100 Ländern mit einem umfangreichen Produktportfolio an verschreibungspflichtigen und OTC Arzneimitteln, ästhetischen Lösungen sowie Pflege- und Kosmetikprodukten vertreten. Das Unternehmen arbeitet weltweit mit medizinischen Fachkräften zusammen, um die Bedürfnisse der Menschen zur Gesunderhaltung der Haut über die Spanne ihres gesamten Lebens zu erfüllen. Galderma ist führend in der Forschung und Entwicklung wissenschaftlich definierter und medizinisch erprobter Lösungen für die Haut. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.galderma.de.


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Galderma Pressekontakt
Antje Saßenberg
Communication & Congress Manager DACH
Galderma Laboratorium GmbH
Toulouser Allee 23a, D- 40211 Düsseldorf 
Telefon: +49 211 58601-4243 Fax +49 211 9367 8811 
E-Mail: antje.sassenberg@galderma.com


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